15. Dezember 2015

Schon wieder abstruse Vorwürfe gegen Jenas Jugendpfarrer

Lothar König, Pfarrer der JG Stadtmitte in Jena. Foto. Uwe Pohlitz

In Thüringen kennt ihn fast jeder und sogar die damalige CDU-Ministerpräsidentin Lieberknecht zeichnete ihn 2013 für sein Engagement mit dem Demokratiepreis aus. Aber für die Behörden in Sachsen ist Jenas Jugendpfarrer Lothar König, offenbar eine Art Staatsfeind. Gerade wurde erst ein Prozess mit abstrusen Vorwürfen gegen den Antifaschisten eingestellt. Jetzt hat König schon wieder massiven Ärger mit der sächsischen Polizei. Bei einer Demo gegen einen Naziaufmarsch in Leipzig am 12. Dezember wirft die Polizei ihm vor, zu schwerem Landfriedensbruch beigetragen zu haben. Gründe für diese Behauptung wurden jedoch nicht genannt. In Sachsen reicht offenbar das Abspielen des auf solchen Demos beliebten Egotronic-Gassenhauers „Raven gegen Deutschland“, um abstruse Vorwürfe zu erfinden. Dass es in Leipzig leider auch von vermeintlichen linken Demonstranten nicht tolerierbare Gewalt gegeben hat, lässt sich nicht leugnen. Aber König ist bekannt dafür, in solch aufgeheizten Situationen erfolgreich deeskalierend einzuwirken. Das kann man von den Einsatzkräften nicht gerade behaupten. Das Herauszerren Königs aus seinem Lautsprecherwagen durch die Polizei hat wohl zur Eskalation beigetragen. Weil König sich weigerte, den berühmten „Lauti“ zu stoppen, soll ein Beamter versucht haben, den Zündschlüssel  abzuziehen, wobei dem Jugendpfarrer ein Faustschlag versetzt worden sein soll, berichteten Augenzeugen.Erste Kritik am Vorgehen der Polizei kommt von der sächsischen LINKEN: „Die Stadtverwaltung hat Protest in direkter Nähe des Naziaufmarsches unmöglich gemacht und die Route weiträumig abgeschirmt. Demokratischer Protest wurde so an den Rand und aus dem Blickfeld der Nazis gedrängt. Gerade mit Blick auf die schon lange erfolgreich erprobte Protestkultur in Leipzig halte ich diese Strategie des Aussperrens für verfehlt. Auch damit wird dafür gesorgt, dass Menschen ihre Wut an anderen Stellen entladen“, sagte die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel.  Von einem „Déjà-vu“ spricht LINKEN-Landeschef Rico Gebhardt und fordert, dass insbesondere der Faustschlag eines Beamten aufgeklärt werden müsse. Was auch passiert, Lothar König kann sich der uneingeschränkten Solidarität aller Demokraten und Antifaschisten versichert sein! 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/browse/4/artikel/in-thueringen-kennt-ihn-fast-jeder-und-sogar-die-damalige-cdu-ministerpraesidentin-lieberknecht-zeic/