13. Dezember 2016

Milliarden für Schulen statt für Rüstung

Foto: STOP WARS Jena

Allein im ersten Halbjahr hat Deutschland für vier Milliarden Euro Waffen exportierten. Unter den 10 wichtigsten Bestimmungsländern waren mit Algerien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten drei Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas mit 1,6 Mrd. Euro.

Und auch Thüringer Unternehmen wie Multicar  oder Jenoptik verdienen kräftig mit.  DIE LINKE sieht das – trotz Regierungsbeteiligung und falscher Darstellungen (siehe Beilage Linksblick, Seite 5) anders. Auch in der Zivilgesellschaft regt sich Widerstand. Bereits letztes Jahres wurde der Trägerkreis Rüstungskonversion Jena gegründet (UNZ berichtete). Im Paradies, an dessen Uni auch für besseres Morden geforscht wird, regt sich noch mehr Widerstand. Mit dem im September gegründeten Bündnis „STOP WARS Jena – Gemeinsam gegen Kriege“ hat sich ein neues Bündnis gegründet, das wieder mehr Schwung in die Friedensbewegung bringt. 

Am 5. Dezember demonstrierten mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler in Jena, um sich für Verbesserungen an ihren Schulen einzusetzen. Sie fordern ein konsequentes Vorgehen gegen den grassierenden Lehrermangel und eine höhere Priorität für die Bildungspolitik. Carl Seifert, Anmelder der Demo: „Wir haben mit der heutigen Demonstration ein politisches Zeichen für eine bessere finanzielle Ausstattung unserer Schulen gesetzt. Statt Milliarden in Rüstungsprojekten zu versenken, sollten die Bildungseinrichtungen endlich bedarfsgerecht mit Personal und Sachmittel ausgerüstet werden. Deshalb richtet sich unser Signal in erster Linie an die Bundespolitik, da besteht die größte Möglichkeit Gelder sinnvoller einzusetzen.“

Die Organisatoren von der Jugendinitiative für Bildung statt Rüstung zeigen sich glücklich über die hohe Beteiligung. Sie haben es geschafft, aus fast allen Schulen Jenas mehr Schülerinnen und Schüler zu mobilisieren als erwartet.

„Uns ist es wichtig ein Zeichen gegen den politischen Rechtsruck in unserer Gesellschaft zu setzen. Wir wollen eine tolerante, weltoffene Schullandschaft und Gesellschaft“, so die Mitglieder der Initiative.

Für sie war es der erste Schritt auf einem längeren Weg bis zur Umsetzung ihrer Forderungen. Nächstes Jahr soll der Protest durch die Einbindung von Studierenden und Lehrpersonal noch größer werden.“  Diesem Vorhaben kann man nur viel Erfolg  und noch viel mehr Menschen die unterstützen und nachahmen wünschen. 

 

Mehr: facebook.com/stopwarsjena

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/browse/2/artikel/milliarden-fuer-schulen-statt-fuer-ruestung/