4. Oktober 2016

50 Jahre Klaus-Renft-Combo

Die aktuelle Besetzung

Thomas "Monster Schoppe

Seit 1967 bis 1975 ständig existent, war die aus Leipzig stammende Klaus Renft Combo (ab 1974 Renft) eine der ersten „Beat-Band“, deren Sänger deutsch sangen, und entwickelte  sich zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rockgruppen der DDR. Immer wild und unberechenbar, wurde Renft durch das Verbot 1975 zur Legende.Kein Zweifel, Renft lebt in der Erinnerung vieler. Jeder im Osten Deutschlands kennt die Band. In keiner Plattensammlung fehlen ihre Lieder. Hoffnungsträger noch immer für ihre älter gewordenen Fans, stilistisch unabhängig von Mode und Trends, bezeugen ihre Lieder Unbeugsamkeit,  erinnern an Zivilcourage. Bereits in den frühen 70er Jahren erreichte die Band Renft in der DDR Kultstatus, wurde Begriff für Opposition und Auflehnung gegenüber einer staatlich verordneten Kulturdoktrin. Unter diesem Zwang entstand von 1971 bis 1975 eine Band, die man schlicht einfach nur Renft nannte. Ihre Songs, facettenreich, von Folk, Blues über Balladen bis hin zum Rock, erstürmten die Hitparaden. Renft wurde Hoffnungsträger für eine heranwachsende Generation, schuf eine Brücke für deren Integration in eine vom sozialistischen Alltagstrott bestimmten Gesellschaft. Immer wild und unberechenbar, wurde Renft durch das Verbot 1975 zur Legende.Dem letzten aktiven Mitglied Thomas „Monster“ Schoppe stehen zur Seite: Delle Kriese an den Drums, Marcus Schloussen am Bass und Gitarrist Gisbert „Pitti“ Piatkowski. Das aktuelle Konzertprogramm von Renft stützte sich auf die drei wichtigsten und zugleich stilistisch unterschiedlichsten Grundpfeiler seiner Komponisten und Sänger wie Peter „Cäsar“ Gläser,  Christian „Kuno“ Kunert und Thomas „Monster“ Schoppe. Natürlich fehlten nicht die guten alten Renft-Songs wie „Gänselieschen“, „Als ich ein Vogel war“, „Wer die Rose ehrt“ und viele andere.

 

Interview mit Thomas „Monster“ Schoppe

 

Ich bin etwas irritiert: Gründete Klaus Renft die Combo nicht schon 1958, wie in seiner Autobiographie zu lesen ist? 

 

Es gab wohl einen Auftritt unter diesem Namen in jenem Jahr. Doch das blieb nur eine Episode. Die Butlers war Klaus’ erste Band von Bedeutung. Die Band, aus der sich die eigentliche RENFT-Combo entwickelte, die in den siebziger Jahren so für Furore sorgte, nahm 1966 ihre ersten Anfänge. Deshalb ist es wohl besser, erst dieses Jahr das 50-jährige Jubiläum zu begehen.

Wie bist du zur Band gestoßen?

 

 Klaus lud mich zum Vorsingen ein. Heute nennt man so was ja Audition. Er hatte ja damals schon einen guten Ruf. Also war ich schon etwas aufgeregt, aber es klappte. Da ich „Monster“ von „Steppenwolf“ sang, hatte ich schnell meinen Spitznamen weg. Dann ging es schnell: 1971 hatten wir mit „Wer die Rose ehrt“ unseren ersten Nr.1 Hit. So ging es bis zum Verbot `75 eigentlich auch weiter.  1990, nach der Wende also, kam es zur Reunion. Das war 15 Jahre später ...Die Fans hatten uns nicht vergessen. Und das werde ich ihnen nicht vergessen! Manche nennen uns ja eine „Legende“ Weiß ich nicht, aber einige schöne Lieder sind schon entstanden. 

Wie ging es weiter?

 

Ach, hoch und runter; wie im wirklichen Leben. Einschneidend war, dass einige Kollegen der Urbesetzung verstarben. Pjotr, Gerulf, Klaus und Cäsar an Krebs. Heinz, unser Gitarrist seit 92, kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Kuno hatte schlimme Hörstürze und das ist natürlich ein gewaltiges Handicap. 

Wer bildet die jetzige Besetzung?

 

Delle Kriese spielt Schlagzeug seit 1994, Marcus Schloussen stieß 1998 zur Band und Pitti Piatkowski ersetzte unseren Heinz 2007 als Gitarrist. Die drei kennt man von City, Reform, NO 55, den Klosterbrüdern, Frank Zander, Gundermann, Rio Reiser, Cäsars Rockband usw. Ich denke, es ist die kraftvollste und    beste Band seit der berühmten 70er-Jahre-Besetzung. Das sagen uns auch viele unserer Fans. 

Nun gibt es ja eine „Akustik-Tour“...

 

Ja. Wir haben einige Erfahrungen damit. Der Unterschied ist: wir spielen mit kleinem Besteck. Oft ersetzt die akustische die E-Gitarre, das Drums ist kleiner und leiser. Und: wir sitzen alle, sind näher am Publikum. Das macht das ganze intimer. 

Erfurt : 50 Jahre RENFT am 21.10., 20:00 Uhr 

RENFT akustisch
DASDIE Brettl
Lange Brücke 29
99084 Erfurt

http://www.renft.de

 

Tom Wielgohs

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/browse/2/artikel/-38e96b0447/