18. April 2017

Verantwortung an nachfolgende Generationen übergeben

Foto: Dirk Anhalt

Traditionell gibt es jedes Jahr rund um den 11. April, den Tag der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Zur großen Gendenkfeier am 9. April kamen über 500 Menschen in die Gedenkstätte, darunter 25 ehemalige Häftlinge. Angesichts zunehmender Gewalt von rechts und Forderungen ihrer parlamentarischen Vertreter nach einer erinnerungspolitischen 180-Grand-Wende – wie sie Thüringens AfD-Chef Höcke, für den solche Veranstaltungen  eine „dämliche Erinnerungskultur“ sind, forderte – ist das wichtiger denn je. 


Die Zeitzeugen Éva Puzstai  (Ungarn), Gilberto Salmoni (Italien), Naftali Fürst (Israel), und Günter Pappenheim (Deutschland) übergaben symbolisch die Verantwortung für das Gedenken an die nachfolgenden Generationen. Sie verlasen bei der Veranstaltung entsprechende Vermächtnisse. Die vielen jugendliche Fahnenträger lauschten gespannt. Ganz im Sinne des Schwures von Buchenwald  riefen alle Rednerinnen und Redner zur Verteidigung demokratischer Werte und der europäischen Idee auf. 


Günter Pappenheim, Sohn des von den Nazis ermordeten Kommunisten Ludwig Pappenheim, sieht das Ziel der „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“, das im Schwur formuliert wurde, als noch längst nicht erreicht an. Er forderte ein solidarisches Miteinander sowie ein klares Vorgehen gegen jene, die Geschichte verfälschen wollen.

„Das Vermächtnis geht uns alle an“, betonte Dominique Durnandt, Präsident des Internationalen Komitees, für den Buchenwald ein Bürgerort für Thüringen ist. Ein Ort, den jeder Mensch in Thüringen wenigstens einmal im Leben besuchen sollte.        

 th