16. Mai 2017

Aufbruch gegen den Pflegenotstand

Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium Foto: Martin Heinlein

In Deutschland herrscht Pflegenotstand und die Bundesregierung schaut weg: In den Krankenhäusern fehlen derzeit 100.000 Pflegekräfte. Der Personalmangel gefährdet die Gesundheit der Patientinnen und Patienten wie der Pflegekräfte. In der Altenpflege sieht es nicht besser aus. Es fehlt die Zeit zum Zuhören und für Zuwendung. Viele Beschäftigte macht die Überlastung krank. Niedriglöhne und Teilzeitverträge führen trotz harter Arbeit in die Altersarmut. Auch Zuhause pflegen noch immer vor allem Frauen: Ehe- und Lebenspartnerinnen, Töchter und Schwiegertöchter. Die Pflegeversicherung deckt die Kosten nicht. Im Alltag kämpfen pflegende Familienangehörige häufig mit Dauerstress, Erschöpfung und Geldsorgen.Am internationalen Tag der Pflege, den 12. Mai, hatte DIE LINKE zu einer Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium aufgerufen und den Gesundheitsminister Gröhe aufgefordert, endlich zu handeln. „Seit 50 Jahren fordern Pflegekräfte in Deutschland gute Arbeit, wirkliche Anerkennung, bessere Bezahlung und mehr Rechte. Denn in einem der reichsten Länder nicht nur Europas herrscht Pflegenotstand. Es ist unmenschlich, mit der Gesundheit der Menschen Profite erzielen zu wollen. Das Personal in Pflegeeinrichtungen ist überlastet. Pflegeschlüssel und Dienstpläne stehen nur auf dem Papier. Die Zeit für Zuwendung und aktivierende Pflege fehlt. Also werden „die Alten“ medikamentös ruhig gestellt. Mit dem Pflegenotstand wächst die Pflegearmut. Es fehlen professionelle Angebote, um die fast drei Millionen Familien zu entlasten, zu deren Leben Pflege gehört. Die Zahl der Beziehenden von „Hilfe zur Pflege“ steigt seit Jahren. Es müsste tausende Protestbriefe an den Gesundheitsminister geben, tausende Aktionen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag, Sahra Wagenknecht. 

Alles Weitere zur Kampagne unter: https://www.die-linke.de/nc/kampagne/aktuell/

 

 

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/browse/1/artikel/aufbruch-gegen-den-pflegenotstand/