25. Juli 2017

Mit Humor gegen den Amtsschimmel

 

Erfurter Kulturschaffende kennen ihn leider nur zu gut: den wiehernden Amtsschimmel, der kreativen Menschen gerne Wackersteine in den Weg schmeißt. Manch einer mag sich süffisant denken, dass es in Erfurt leichter ist Naziaufmärsche anzumelden als an einem interessanten Ort eine Band spielen zu lassen. Solche Orte gibt es in Erfurt mehr als viele denken. Gleiches gilt für Leute, die Lust haben etwas selbst in die Hand zu nehmen. So ein Ort ist das Strandgut unter der Trommsdorfstraßenbrücke. Für die Verwaltung ist diese Location aber nur „eine technische Anlage zum Hochwasserschutz“. Für Kulturschaffende ist es dagegen ein malerisches Paradies direkt an der Gera. Seit Mai 2016 hat es jedoch keine Veranstaltung mehr gegeben. Als kleine satirische Protestaktion gegen die zumindest in Teilen verknöcherte Verwaltung, haben einige Aktive im Rahmen von „Kultur flaniert“ am 8. Juli eine Kunstaktion installiert. Entlang der Gera, auf dem Weg zum Strandgut, stand jeden Meter eine verschlossene Tür. Davor saßen zwei mürrische Herren, die auf Nachfragen gespielt unfreundlich reagierten. Zudem mussten  Nummer gezogen und sich anschließend die zehn Punkte im Umgang mit der Verwaltung eingeprägt werden. Sicher muss man die Verwaltung verstehen, die sich nach Paragrafen zu richten hat und wenn sie es nicht tut in Teufels Küche, sprich vor Gerichte, kommen kann. Deswegen ist hier die Politik gefordert, den Kulturschaffenden bessere Voraussetzungen zu liefern, dann klappt's auch mit der Verwaltung.                        

th