10. Januar 2017

Kulturriese ging nach Lauscha

Der Verein Kulturkollektiv Goetheschule e.V. erhielt den Kulturriese-Förderpreis 2016 für sein Engagement beim Aufbau eines soziokulturellen Zentrums.

Knapp einhundert Kulturschaffende und Vertreter aus Politik und Verwaltung waren am 1. Dezember ins Kulturcafé Franz Mehlhose nach Erfurt gekommen, um bei der Verleihung dabei zu sein. In einer unterhaltsamen Show unternahm das Publikum im Beisein von Kulturminis-ter Benjamin-Immanuel Hoff eine Reise durch Thüringen zu den sieben für den Preis nominierten Vereinen. 

 

Aufbau unter schwierigsten Bedingungen


Mit dem Kulturkollektiv Goetheschule e.V. aus Lauscha konnte sich ein noch relativ junger Verein durchsetzen. Die Jury würdigte in ihrer Begründung vor allem das außerordentliche Engagement des erst 2014 gegründeten Kulturkollektivs beim Aufbau eines soziokulturellen Zentrums in der südthüringischen Stadt. Unter schwierigsten Bedingungen und in Eigenregie seien die Räume und teilweise auch das Gebäude der ehemaligen Goetheschule gemeinschaftlich instand gesetzt worden. Inzwischen nutzen 40 Maler, Grafiker, Musiker, Graffitikünstler, Glasbläser, Fotografen und Filmschaffende die Räumlichkeiten. Es finden regelmäßig Konzerte, Poetry Slams, Open-Air-Kino, Ausstellungen und Workshops statt. Nach Ansicht der Jury ermöglichten die Veranstaltungen und Aktivitäten des Kulturkollektivs breiten Bevölkerungs- und Altersgruppen ein Zugang zu Kunst und Kultur und berücksichtigten auch die kulturellen Traditionen des Ortes. Mit der zuvor leerstehenden Goetheschule sei zudem ein für die Stadt emotional stark besetzter Ort wieder zugänglich gemacht  worden. Die Jury würdigte dies als einen wichtigen Impuls für die von Abwanderung und Überalterung betroffene Region.
 

Jury von Vielfalt beeindruckt


Insgesamt erreichten die LAG Soziokultur Thüringen als Stifter des KULTURRIESE-Förderpreises in diesem Jahr 28 Bewerbungen soziokultureller Vereine und Initiativen aus ganz Thüringen. Die Jury war beeindruckt von der Vielfalt der Arbeitsfelder der Bewerber. Die Spanne reichte vom privat betriebenen Museum im Thüringer Wald über das spartenübergreifende Musical-Projekt und das soziokulturelle Zentrum in der Kleinstadt bis hin zum zeitgenössischen Musik-Festival im urbanen Raum. All diese Projekte und Einrichtungen trügen auf ihre Weise dazu bei, Menschen verschiedener Generationen und sozialer Schichten im Kulturbereich anzuregen, ihre kreativen Potenziale zu entfalten. Ihr Tun wirke identitätsstiftend, ermögliche aktive Teilhabe und bereichere unseren Alltag, so die Jury. 

 

Kultur führt zu Verständigung 


Aus allen Bewerbern nominierte die Jury sieben Vereine und Projekte für den diesjährigen Förderpreis. So stand ein relativ neues Projekt, wie die Kulturbaustelle Suhl, neben schon etablierten Einrichtungen, wie dem Greizer Theaterherbst oder dem Café Wagner aus Jena. Aber auch das Musical-Projekt des Vereins Zukunft Harztor, das gemeinsam mit vielen unterschiedlichen Akteuren der Nordthüringer Gemeinde auf die Beine gestellt wurde, war unter den Nominierten. Ebenso gewürdigt wurde das Engagement des Vereins studio44 aus Nordhausen, der in diesem Jahr mit einem Zirkuszelt einen neuen Veranstaltungsort für die Stadt etablieren konnte. KLICK – das Festival für Jetztkultur aus Jena schließlich zeigte, wie zeitgenössische Kulturformate an verschiedenen urbanen Orten ineinandergreifen und zu einer interkulturellen Verständigung führen können.


LAG Soziokultur Thüringen/Thomas Putz
Fotos: LAG Soziokultur Thüringen/Bernd Seydel

http://www.soziokultur-thueringen.de

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/artikel/kulturriese-ging-nach-lauscha/