22. August 2017

Kampf mutiger Leute gegen Atomwaffen

Eine Gedenkfeier zum Andenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki gab es auch in Erfurt.

 

 

Von Ursel Kachel


Am 5. und 6. August nahm eine kleine Gruppe der Thüringer LINKEN an den Mahnwachen gegen die Lagerung von 20 US-amerikanischen Atombomben in der Nähe von Büchel (Mosel) teil. Der Ort der Proteste war der Eingang in den Fliegerhorst der Bundeswehr. Hier werden diese Massenvernichtungswaffen, von denen jede einzelne die mehrfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe hat, von Bundeswehrsoldaten bewacht. Die Mahnwachen beginnen in jedem Jahr am 24.3., dem Jahrestag der Annahme des Beschlusses des Bundestages von 2010 „Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen“. Dieser Beschluss eines nationalen Parlamentes wurde unter Zustimmung der Bundesregierung durch die NATO gekippt. Die Mahnwachen (siehe unten) enden 20 Wochen später am Jahrestag des Atombombenabwurfs über Nagasaki am 9. August. Neben den Mahnwachen, die von Gruppen meist über mehrere Tage durchgeführt werden, finden an einzelnen Tagen besondere Höhepunkte statt. In diesem Jahr gab es am 15.7. eine Großveranstaltung mit Konstantin Wecker am Fliegerhorst. Wir haben am 5. und 6. 8., dem Hiroshimatag, neben einem US-amerikanischen Trompeter, Friedensfreunde aus Göttingen, Unna in Westfahlen, Köln und aus der Umgebung des Standortes kennen gelernt. Für die Weitgereisten stand ein kleiner Zeltplatz zur Verfügung. Ein Verpflegungszelt war vorhanden, in dem man bei schlechtem Wetter essen konnte und wo Lebensmittel aufbewahrt wurden. Die Ansprechpartnerin für alle Gruppen war Marion Küpker. Ihr übergaben wir das Grußschreiben unserer Landesvorsitzenden, Susanne Hennig-Wellsow. Marion Küpker las es den Anwesenden vor und gab es am Abschlusstag, an dem 150 Aktivisten teilnahmen, nochmals den Mitstreiterinnen und Mitstreitern zur Kenntnis. Um neben der Grußbotschaft unserer Landesvorsitzenden noch eine sichtbare Spur von uns Thüringer LINKEN zu hinterlassen, befestigten wir auf der Friedenswiese an der stark befahrenen Straße nahe dem Fliegerhorst eines unserer Transparente für Abrüs-tung. Vorbeifahrende Autofahrer winkten uns zu und hupten. Im nächs-ten Jahr sollte wieder eine Gruppe LINKER aus Thüringen vor dem Fliegerhorst gegen die Bomben protestieren. Sie stellen ein enormes Gefahrenpotential dar. Mehr über Büchel und den Kampf mutiger Leute gibt es unter: www.atomwaffenfrei.de Friedensfreunde sollten sich auch die Zeit vom 3.9. bis 10.9. vormerken. Dann ist rund um die Air Base in Ramstein ein Friedenscamp geplant, u.a. mit einer Menschenkette am 9.9. Infos: www.ramstein-kampagne.eu

 

 

Mahnung an die Lebenden

 

 

Aaron J. Warnecke

 

Der Aktionskreis für Frieden, allen voran die Vorsitzende Ute Hinekdein, hat am 9. August eine Gedenkfeier zum Andenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki organisiert. Ihm ist es ein Anliegen, dass es sich nicht nur um ein Andenken an die Toten handelt, sondern auch um eine Mahnung an die Lebenden. Die Veranstaltung war Teil von größerem Protest, der in 80 Kommunen in ganz Deutschland zeitgleich stattfand. Büchel, wo Atomwaffen der USA liegen, ist jedes Jahr Zentrum des Protests. Der OB von Hiroshima rief wie jedes Jahr dazu auf. Die Veranstaltung in Erfurt war am Gothaer Platz vor dem Eingang zur EGA. Dort steht der Friedenspfahl, der mit Friedensbotschaften in unterschiedlichen Sprachen geschmückt ist. Die Personen, die da waren, hatten viele Transparente dabei, mit denen sie sich auch an die Straße stellten, damit die vielen Autofahrer auch etwas von der Friedensbotschaft zu sehen bekamen. Redner waren u.a. Sabine Berninger und Johanna Scheringer-Wright sowie Christian Schaft. Während der Veranstaltung wurden insgesamt 120 Unterschriften für die Aktion „Atomwaffenfrei-Jetzt“ gesammelt. Dass es jetzt ein Abkommen der UNO gibt, die Atomwaffen wirklich zu verbieten, sei begrüßenswert, sagte Ute Hinkeldein, eine der Hauptorganisatoren, im Gespräch. Leider müsse man aber das Handeln der NATO-Staaten abwarten, da es eher weniger in ihrem Interesse liege. Genau deswegen sei es die Aufgabe der Friedensbewegung diese Abkommen zu ratifizieren. Vor allem die „Mayors for peace“ sollten sich viel stärker dafür einsetzen.


Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/land_leute/detail/artikel/kampf-mutiger-leute-gegen-atomwaffen/