Man darf sich schon wundern, dass der deutsche Comedian Mario Barth (bekannt aus dem TV und von Live-Auftritten) über die neuesten Druckerzeugnisse der Linksjugend ['solid] Mecklenburg-Vorpommern nicht lachen kann. Diese verwendet das Gesicht des Komikers für politische Arbeit und wies mittels Aufkleber und Plakaten auf die sexistischen und patriarchalen Inhalte seiner „selbstdefinierten“ Komik hin.
Vielleicht wird der Jugendverband auch dafür „bestraft“, dass er nicht über Herrn Barths frauenfeindliche und sexistische Witze lachen kann. So könnte man sagen: Naja, da wird halt fehlender Humor mit fehlendem Humor beantwortet und alle sind zufrieden.
Doch ganz so einfach ist es dann wohl doch nicht. Bereits Ende letzter Woche gingen die ersten Meldungen durch die Medien, dass die Anwälte von Mario Barth mit einer Unterlassungserklärung an den Jugendverband auf Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte hinwies und somit die Grafiken und Druckerzeugnisse nicht weiter zu verbreiten sind. Begründet wird dies sogar mit der Behauptung, die Linksjugend würde mit Barths Gesicht werben.
Da hat der gute Mann wohl etwas nicht ganz verstanden.
Bekannt aus TV und Bühne, ist Herr Barth eine Person des öffentlichen Lebens und somit muss er sich auch Satire und Kritik anders gegenüberstellen und einen anderen Umgang finden. Die Verwendung seines Gesichtes und seinem Namen in dem Spruch: „Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth“ zielt also nicht, wie behauptet, auf Werbung ab, sondern ist eine Kritik an eben genau seinen pseudo-humoristischen Auftritten, in denen er Frauenfeindlichkeit verherrlicht und somit Geschlechterrollen reproduziert.
Die Linksjugend ['solid] versteht sich als emanzipatorischer und antisexistischer Jugendverband, der natürlich die Kritik an Sexismus und patriarchalen Verhältnissen in die Öffentlichkeit bringt. Somit ist auch die Kritik an Mario Barth und seinem Getue für uns wichtige politische Praxis.
Wir, die Linksjugend ['solid] Thüringen lassen uns unsere freie Meinungsäußerung nicht nehmen und solidarisieren uns mit dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mittels eines eigenen Aufkleberentwurfs.
Aber unsere Solidarität geht weiter. Mit einer Internetkampagne plus Kettenmail wollen wir auf den kommenden Rechtsstreit von Mario Barth vs. Linksjugend ['solid] aufmerksam machen, aber auch weiterhin die sexistischen Stoffwechselendprodukte, die der Comedian verzapft, thematisieren.
Wir rufen dazu auf, die Grafiken nach eigenem Ermessen auf euren Internetseiten zu publizieren sowie weiter zu verbreiten. Ziel dieser Aktion soll sein, Mario Barth und seinem billigem Humor ein klares Zeichen entgegenzusetzen, denn Sexismus ist nicht witzig! Weiterhin haben wir die Hoffnung, dass eine verstärkte öffentliche Präsenz unserer Kritik auch politischen Druck mit Blick auf den kommenden Prozess aufbaut. Denn, auch Bärthe kann man stutzen!
René Kotzanek LSpR