4. Oktober 2011

Wahlen, Workshops und Gesang – so lief das Landesjugendtreffen

Neben dem klassischen Plenum wurde auf dem Landesjugendtreffen auch in Kleingruppen gearbeitet.

Am 17. und 18. September fand das 9. Landesjugendtreffen der Linksjugend ['solid] Thüringen statt. Als Tagungsort wurde das wunderschöne Schloss Niedenburg in der Nähe der Hohenwarte Talsperre bei Saalfeld gewählt. Leider waren nur 26 Genoss-Innen aus ganz Thüringen anwesend, was nicht gerade für großes Interesse am Landesverband spricht. Ein Zustand, mit dem sich niemand unter den Anwesenden abfinden mochte.

Dafür besuchte die Thüringerin Juliane Pfeiffer, heute Bundessprecherin der Linksjugend ['solid], ihren Landesverband, um die Landes- und Bundesebene stärker zu vernetzten, Impulse zu geben.

Der erste Tag begann mit einem Vortrag Robert Richters, der von den Schwierigkeiten der modernen politischen Jugendarbeit handelte. Kernthese war, dass Jugendliche in der neoliberalen Gesellschaft nur noch schwer für längerfristige Parteiarbeit zu begeistern sind.

An diesen Vortrag schloss sich bereits eine kurze Debatte über die Arbeit unseres eigenen Landesverbands und der Ortsgruppen an, welche von den versammelten GenossInnen aktiv mitgestaltet wurde. Nach dem Mittagessen ging es in eine Workshop-Phase. 

Juliane Pfeiffer bot einen methodisch vielfältigen Workshop zum Thema Umbau der Bundeswehr zur global agierenden Angriffsarmee und die daraus resultierende, immer offensiver werdende, Werbestrategie für Krieg und den Beruf SoldatIn. Der Workshop diente dazu die Argumentationen unserer Mitglieder auf eine bessere Basis zu stellen und Erfahrungen auszutauschen, auch mit Hinblick auf die vom Bundesverband forcierte Kampagne „Bundeswehr raus aus den Schulen“, die auch bei uns in den nächsten Wochen anlaufen wird.

Zudem setzten wir im zweiten Workshop unsere Strukturdebatte fort und diskutierten konstruktiv darüber, wie wir unserem schlummernden Landesverband wieder zu neuer Schlagkraft verhelfen können. Harsche Kritik wurde dabei an den Verbindlichkeiten im Verband geäußert und eine allgemeine Disziplinlosigkeit  der Jugend unterstellt. Auch wurde wiederholt und kontrovers das Auftreten einiger Basisgruppen kritisiert. 

Leider wurde noch kein Lösungsvorschlag ausgearbeitet, aber es existieren schon zwei Strukturpapiere, an denen es zu arbeiten gilt.   

Nach einer kurzen Pause fand dann der vor allem bewegungsorientierte Workshop der Landessprecherin Kati Grund zum Thema „Theater der Unterdrückten“ statt. Das Theater der Unterdrückten ist eine Methodenreihe von Augusto Boal. Es  hat in den 1970er Jahren Eingang in die politische Bildung gefunden und wird in etwa 70 Ländern weltweit praktiziert.

Nach diesem Workshop wurden am Abend im Schnelldurchlauf unsere Wahlen durchgezogen. Als Landesparteitagsdelegierte fungieren Timo Naumann, Mario Koczkodaj, Kati Grund und Frances Luhn. Zum Vorschlag für den Jugendpolitischen Sprecher des Landesvorstands wurde Mario Koczkodaj bestimmt. Hier suchen wir noch eine Genossin, die sich bereit erklärt auf dem Landesparteitag zu kandidieren und den Jugendverband mit viel Spaß, Mut und Elan zu vertreten.  

Nach den spannenden, aber auch kräftezehrenden Workshops, Diskussionen und Wahlen ging der Abend mit einer lustigen Karaoke-Party zu Ende. 

Am nächsten Tag, pünktlich um 10:00 Uhr, begannen wir die inhaltlichen Anträge  zu behandeln. LAK TOSE, als Arbeitskreis für Politische Bildung, stellte einen Leitantrag zur stärkeren politischen Profilierung des Landesverbandes vor. Unter anderem wurden hier Forderungen nach kostenloser Bildung für alle mit wirtschaftlichen Forderungen wie der Verstaatlichung von Schlüsselindustrien verknüpft. Perspektivisch soll dieses Forderungspapier zu einem neuen politischen Programm des Jugendverbandes ausgebaut werden. 

Der zweite wichtige Beschluss behandelte das Thema Laizismus. Linksjugend ['solid] setzt sich für die strikte Trennung von Staat und Kirche ein. Diesen Antrag wollen wir auch an den Landesparteitag stellen und hoffen auf eine spannende und kontroverse Debatte.

Das nächste Landesjugendtreffen steht, dann mit hoffentlich größerer Beteiligung, im Winter an.


Timo Naumann, Landessprecher

Quelle: http://www.unz.de/nc/aktuell/die_junge_seite/detail/browse/3/artikel/-81b6225d64/