7. November 2017

Ohne Bus nichts los

An Bushaltestellen, hier Kreis Greiz, muss stundenlang gewartet werden. Gut, dass die Linksjugend bei dieser Aktion im Wahlkampf ein Zelt dabei hatte.

Egal ob auf dem Weg zur Schule, zum Betrieb, nach Hause oder auch zur Party von Freund*innen sind Jugendliche auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. Soziale und politische Teilhabe von Jugendlichen ist nur möglich, wenn sie mobil sein können und das  nicht nur online, sondern auch ganz analog. Angesichts des ausgedünnten Netzes des öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum scheitert diese Teilhabe dann aber schon oft an der Frage, ob überhaupt ein Bus fährt. 

Selbst, wenn Ortschaften in Thüringen angebunden sind, so fehlt es dann oft an Busverbindungen außerhalb der Schulzeiten. Mobil sein kann dann nur, wer das Privileg hat, einen Führerschein zu besitzen. Dabei heißt es im Regionalisierungsgesetz des Bundes im Paragraph 1: „Die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personen- nahverkehr ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge.“ Dieser Verantwortung wird der Bund nicht gerecht. Verkehrsverbünde sind in den letzten Jahren teilweise privatisiert worden und die Mittel des Bundes für die nächsten Jahre sichern lediglich den Erhalt der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur.

Damit muss Schluss sein. Was es braucht ist eine Mobilitätsgarantie für junge Menschen in Thüringen. Dazu braucht es einen einheitlichen öffentlichen Personenverkehrsverbund für Thüringen, der flächendeckend ein Fahrplanangebot zur Verfügung stellen kann, welches die Fahrt zur Schule genauso ermöglicht wie zur nächsten Party. Mit einem einheitlichen Verkehrsverbund ist es allerdings nicht getan. Selbst dort, wo der öffentliche Personennahverkehr gut ausgebaut ist, werden Jugendliche mit hohen Ticketpreisen konfrontiert. Sei es die Einzelfahrt oder das Monatsticket für die Ausbildung. Beides stellt Jugendliche mittlerweile vor hohe finanzielle Belastungen. Daher braucht es nicht nur ein kostengünstiges Auszubildendenticket wie es in Thüringen eingeführt werden soll. Jugendliche sind nicht nur als Schüler*innen oder Auszubildende auf Mobilität angewiesen, sondern auch, wenn sie sich politisch und sozial betätigen oder ihre Freizeit selbstbestimmt gestalten wollen. Es braucht daher ein kostenloses Mobilitätsticket für Jugendliche, das ihnen unabhängig vom Ausbildungsweg und dem Alter, die Möglichkeit gibt, sich frei zu bewegen. Denn, wir meinen Mobilität darf kein Privileg sein, sondern ist ein Grundrecht!