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NACHGEFRAGT

Oktober 2006

Ich werde immer wieder
die Zusammenarbeit suchen

Im Gespräch mit Tamara Thierbach, Bürgermeisterin in Erfurt, Linkspartei.PDS

Nach dem Abstimmungs-Patt Thierbach-Hagemann im Erfurter Stadtrat am 10. Oktober, hatten Sie das Glück auf Ihrer Seite. Eine schwierige Ausgangslage für linke Politik im Rathaus. Wie gehen Sie damit um?

Die Tatsache, dass ich durch Losentscheid gewonnen habe, ist nicht zum Heulen. Das ist eine Form der Wahl aus der Thüringer Kommunalwahlordnung. In Eisenach hat das Los gegen uns entschieden und in Erfurt für uns. Die Mehrheitsverhältnisse im Rathaus haben sich dadurch nicht verändert: 20 Abgeordnete der CDU und 30 Abgeordnete in den drei Fraktionen Linke, SPD und Grüne. Ich bin allerdings traurig, dass diese drei nicht in der Lage waren in vereinbarter Weise und im Bürgerinteresse ehrlich miteinander umzugehen. Von der Fraktion der Linken erwarte ich, dass wieder die Offenheit einkehrt, die den Spielregeln von PDS entspricht, dass man andere Meinungen ankündigt. In den letzten Tagen habe ich mich immer mehr mit meiner neuen Aufgabe identifiziert und freue mich auf sie: Bürgermeisterin mit sozialem Verantwortungsbereich. Diese Kombination ist für mich ausschlaggebend. Wo dabei Spielräume liegen, wird sich zeigen.

Wie lassen sich in dieser Situation Mehrheiten im Stadtrat erreichen?

Klar ist, Mehrheiten werden sich nur über Inhalte herstellen lassen. Und es werden wechselnde Mehrheiten sein. Es wird also darum gehen, je schlauer, je klüger man Themen, die in allen drei Fraktionen gleichermaßen stehen, in den Stadtrat einbringt. Dieses Miteinander kann über Sacharbeit wachsen. Die 8 Punkte, die die Vereinbarung des so genannten Erfurter Modells für eine Beigeordnetenwahl waren, fordern uns doch weiter. Es wird also die Möglichkeit geben, gemeinsam über Sachthemen zu beraten, nicht nur im Ausschuss, sondern bereits bei der Entstehung von Problemlösungen. Ich werde dabei auf alle zugehen und immer wieder anklopfen.

repe

 

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