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August 2010
Bunt, laut und etwas anders
Der Christopher Street Day war ein Mix aus Party und politischer Demonstration
Vor 40 Jahren, im Juni 1970, wurde erstmals in New York der Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Der Anlass war damals aber eher trauriger Natur, denn im Jahr zuvor fand in der Christopher Street des „Big Apple“ der erste Aufstand von Homosexuellen, gegen die zu dieser Zeit nicht nur in den USA üblichen Polizeiwillkür, statt. Seit dem hat der CSD seinen Siegeszug in vielen anderen Teilen der Welt angetreten, so auch in der Thüringischen Landeshauptstadt Erfurt.
Am 21. August versammelten sich etwa 300 Menschen, um extrovertiert die Erfolge der Schwulen- und Lebensbewegung zu feiern, aber auch, um auf die immer noch vorherrschenden Diskriminierung hinzuweisen. Wie notwendig das ist, zeigt sich, wenn man einmal den Gesprächen der Menschen am Rande lauscht. Da hört man Sätze wie: „Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber müssen die das so zeigen?“ Ja sie müssen, denn manche Leute werden es sonst nie begreifen und eine solche Parade, bei bestem Sommerwetter in schriller, lauter aber angenehmer Atmosphäre quer durch die Innenstadt, ist ein probates Mittel, offensiv mit den Vorbehalten der Menschen umzugehen und aufzuklären. So wurden Flaschen mit einen Totenkopf und der Aufschrift „Schwulen-Blut“ verteilt, die auf die Diskriminierung von Homosexuellen bei Blutspenden aufmerksam machten. Ein anderes wichtiges Thema war das der „Homo-Ehe“, die vor allem von Konservativen abgelehnt wird. Sie wollen den Homosexuellen bestenfalls die so genannte Lebenspartnerschaft zugestehen echte Gleichberechtigung sieht anders aus. Nicht minder umstritten ist das Thema des Adoptionsrechts, auch hier wird gegen den Widerstand der Konservativen eine Gleichberechtigung gefordert.
Vieles hat sich seit dem ersten CSD in New York vor 40 Jahren getan. Das Hissen der Regenbogenflagge dem Symbol des CSD vor dem Rathaus der Stadt am Fischmarkt, ließ manchen stolz zurückblicken auf das bisher erreichte. Die Demo endete schließlich auf dem Straßenfest am Anger, wo noch den ganzen Tag weiter gefeiert und natürlich auch informiert und aufgeklärt wurde. Letzteres wird eine Tages vielleicht nicht mehr nötig sein.
Fotos und Text:
Thomas Holzmann
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